Vatertag… Muttertag…

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Jahrelang gingen diese Tage an mir vorbei, in meiner Familie wurden ihnen kein wirklich besonderer Wert zugeteilt.Im Kindergarten, vielleicht noch in der Grundschule bastelte ich Kleinigkeiten, die ich meinem Vater und meiner Mutter schenkte. Aber ab dem Teenageralter waren mir die Tage nicht mehr so wichtig. Es gab andere Tage.Mittlerweile wird das Ganze ja schon fast wie der Valentinstag vermarktet.

Nach den Ereignissen dieses Jahr sehe ich diese Tage anders.

Sie stechen hervor, ich komme mir vor, als würden mir diese ganzen Muttertagsglückwünsche, die einem aus TV, Zeitung und Internet entgegen leuchten, um die Ohren geschlagen werden.

Ja, ich bin Mutter, und mein Mann ist Vater. Mit dem gewaltigen Unterschied, dass wir niemals von unserer Emma ein Geschenk erhalten werden. Es hätte unser erster Mutter- und Vatertag dieses Jahr sein können. Ist es aber nicht. Oder zumindest anders als ihn jetzt gerade Millionen von Vätern oder Müttern erleben.

Und gerade da fällt mir auch auf, wie ausgeschlossen wir sind! Wir, damit meine ich Waiseneltern.

Eltern von Sternenkinden. Wir sind auch Eltern, wir tragen unser Kind nur leider nicht auf dem Arm sondern nur im Herzen. Wir sind Sterneneltern, auch wie dürfen diese besonderen Tage in irgendeiner Form begehen. Je nach dem wie frisch die Trauer ist, traut man sich evtl. sogar schon wieder etwas zu „feiern“, ausgehen, sich etwas besonderes gönnen.

Aber wir finden in der Öffentlichkeit gerade an diesen Tagen keinerlei Beachtung! Die Zeitungen sind voll mit Geschenkideen, mit Fotos von glücklichen Familien, Müttern und Vätern mit ihren Kindern, freudestrahlend.

Aber es gibt auch UNS, (ohne theatralisch klingen zu wollen) die „andere“ Seite. Warum wir nicht auch an uns gedacht? Ja, wir bekommen keine Geschenke und ich erwarte auch nicht irgendwelche Geschenkideen (das wäre irgendwie grotesk). Aber wären nicht genau diese Feiertage eine gute Möglichkeit auch über Sternenkinder zu berichten? Es nicht zu taburisieren sondern offen anzusprechen, dass an diesen Tagen auch den vielen Eltern gedacht wird, das es nach wie vor Tot- und Fehlgeburten gibt, wo sich Betroffene hinwenden können und dass die Welt in Gedanken bei uns ist?

Das würde so viel Kraft geben, Mut und Hoffnung, dass auch wir offiziell berechtigt sind, diese Tage als Mutter und Vater wahrzunehmen.

Und natürlich ist mir bewusst, dass es einen Gedenktag für Stillgeborene gibt, irgendwann im Dezember… Darum gehts mir nicht, der Vater- und der Muttertag sollen dass auch bleiben und nicht zusätzlich zum Sternenelterntag werden… aber soll uns auch nicht komplett ausschließen.

Auch Kinder, denen ein oder beide Elternteile fehlen, tun sich an diesen Tagen sicher schwer. Mein Vater verstarb 4 Wochen nach Emma. Er hat meine früheren Basteleien jahrelang aufgehoben…  jetzt hebe ich seine Dinge auf, versuche mir weiterhin seine Stimme ins Gedächtnis zu rufen um sie nicht zu vergessen.

Zuletzt stand z.B. ein Artikel in der Zeitung über die Arbeit der Hebammen, und dass sie wichtiger sind denn je! Ja und gerade die Hebammen betreuen auch glücklose Geburten, die Hebamme kommt nach Hause, hält mir die Hand, hört mir zu, versteht meine Ängste. Denn auch nach einer glücklosen Geburt besteht Anspruch auf das Wochenbett. Und daher sind die Hebammen die allerwichtigsten Personen nach einem so tragischem Ereignis.

Stresst euch nicht mit Besorgungen für eure Eltern, es zählen nicht die Geschenke an diesem Tag. Es zählt die ZEIT die ihr mit ihnen verbringt, jedes Gespräch, jedes gemeinsame Foto, jede kleine Notiz ist kostbar, denn diese Dinge bleiben euch! Geschenke verstauben und werden alt. Aber eure Erinnerungen nicht.

„Erinnerung ist das Fenster, durch dass ich dich sehen kann wann immer ich will“

Dieser Satz ist einfach nur wahr.

Freut euch über die kleinen, wundersamen, vielleicht nicht richtig gebastelten Geschenke eurer Kinder! Nehmt sie nicht für selbstverständlich, egal wie sehr sie euch manchmal ärgern, wie gemein sie sind! Sie LEBEN, sie sind bei euch, ihr hört sie, könnt sie im Arm halten, sie riechen und sie umsorgen. Jammert nicht wegen der Schlepperei von Windeln, Kinderwagen, herumliegendem Spielzeug!

Glaubt mir, Kerzen wiegen schwerer… wenn ich sie im Drogeriemarkt für Emma’s Grab kaufe und nicht für meine Tischdeko!

Denkt an diesen beiden Tagen auch ein bisschen an die Menschen die ihr Kind nur im Herzen tragen dürfen und die an diesen Tagen auf dem Friedhof vor einem kleinen Grab stehen und an diejenigen die vor einem großen Grab stehen und deren Geschenke nur noch aus Blumen und Tränen bestehen.  Sie können alle Kraft brauchen, die man ihnen geben kann!

Unser Vater- und Muttertag wird aus Friedhofsbesuchen bestehen. Frische Blumen für Emma und für meinen Vater, der vier Wochen nach ihr verstarb.

In diesem Sinne

Manu

2 Kommentare zu “Vatertag… Muttertag…

  1. Manuela Petz sagt:

    Hallo Manu 🙂
    Weiß nicht ob du mich noch kennst, bin die Petz Manuela die du bei Assista betreut hast 🙂

    Wollte dir nur sagen das es mir sehr leid tut das die kleine Emma gestorben ist, hab das von Ingrid erfahren und wollte dir Beileid wünschen. Leider hab ich deine email nicht mehr darum hab ich bisschen gegoogelt, hoffe du bist mir nicht böse? Und vielen lieben Dank für die coole Betreuung unsere Unterhaltungen und Unternehmungen fehlen mir sehr 🙂 Michael lässt auch schön grüßen auch an Marcel, Hägar, Tommy und Garfield 😉

    mfg Manu aus Österreich

  2. Morrigan sagt:

    Hi Manu, sorry dass ich erst jetzt antworte. Meine Email ist manu@minhiriath.org Freu mich von dir zu hören! LG

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